Beraten als Beruf

Beraten ist Handlungsform in vielen beruflichen Feldern wie Politik, Medizin, Managementmentberatung, Soziale Arbeit, etc.. „Professionalität“ wird hier zunächst durch den Kontext als Handlungsform in einer spezifischen professionellen Praxis bestimmt.
Ein zweiter Aspekt kommt hinzu und ergänzt den Anspruch professioneller Beratung. Das sind professionelle Eigenschaften bzw. die eigene Professionalität der Beratungspraxis, professionell Beraten. Das sind die klassischen Merkmale der soziologischen Professionstheorie wie (1) wissenschaftliche Fundierung der Praxis, (2) (akademische) Ausbildung mit Bezug zur aktuellen Forschung, (3) Standards für Kompetenzprofile, (4) geregeltes Qualitätsmanagement, (5) berufliche Selbstorganisation in Verbänden.

In der Realität stehen die beiden Aspekte durchaus im Widerstreit: Wieviel Professionalität ist im jeweiligen Praxisfeld mit den jeweiligen Aufgaben und Herausforderungen nötig? Welche Kompetenzen braucht es aus dem spezifischen Praxisfeld und welche professionellen Merkmale müssen übergreifend verwirklicht sein, um den Nutzen und Wertbeitrag von Beratung zu steuern? – Arbeitgeber, Berufsorganisationen und Weiterbildungsanbieter reagieren auf diese Fragen mit unterschiedlichen Niveaus der Ausbildung und Praxis: Die „Praktiker-Stufe“ für grundlegende Beratungsfähigkeiten im jeweiligen Feld, die „Organisations-Stufe“ für die Umsetzung von Beratung in Organisationskontexten, die „Professions-Stufe“ für die Herausforderungen autonomer Steuerung und Profilbildung Beraten als Beruf.

Der differenzierende Blick auf Professionalität in der Beratung zeigt eine Wechselwirkung der beiden Aspekte. Das professionelle Niveau im jeweiligen Praxisfeld weist auf das notwendige Niveau der Beratungsprofessionalität und umgekehrt. Und wenn wir von professioneller Bratung sprechen unterscheiden wir zugleich unterschiedliche Kompetenz-Stufen und Praxisherausforderungen.